Keine Angst vorm Passivhaus

Mal ehrlich, ist das Wort "Passivhaus" nicht eher abschreckend? Die Idee, ein Haus zu bauen, das Öllieferant und Schornsteinfeger überflüssig macht, fast ohne Heizung und ohne Zugerscheinungen immer gleichmäßig warm ist, hat mich schon fasziniert. Also haben wir uns mit einem guten Schuss Pioniergeist auf die Suche nach Anbietern gemacht und trafen auf eine recht bunte Szene aus Tüftlern, Öko's, Theoretikern und Fertighausanbietern, die ihre ersten Prototyp-Passivhäuser vorstellten. Aber wir wollten weder ein Fertighaus, noch ein Haus aus Holz oder gar Styropor, sondern ein massives, nach unseren Vorstellungen gebautes Haus, das Octagonhaus eben. In diesem Zusammenhang hörte ich auch zum ersten mal, dass ich in einem Passivhaus möglichst keine Fenster mehr öffnen sollte, um unkontrollierten Luftaustausch zu verhindern - eine alptraumhafte Vorstellung.

Kein "Alp-", sondern ein Traum ist das Leben in unserem Passivhaus, mit Fenstern, die man fast nach Belieben öffnen kann, obwohl es wegen der Lüftungsanlage völlig überflüssig ist, und einem wohligen, zugfreien Innenklima das ganze Jahr über. Um das zu erreichen, mussten wir das Haus natürlich gut dämmen und so richtig dicht machen. Übrigens haben wir deshalb unseren Briefkastenschlitz jetzt auch in der Garagenwand, ganz in der Nähe der Papiertonne, sehr empfehlenswert.