Ist diese Website noch aktuell? Ja, aber sicher doch!

In der schnelllebigen www-Welt könnte man dies bezweifeln. Das Projekt Octagonhaus wurde noch Ende des vergangenen Jahrhunderts konzipiert, ab dem Jahr 2002 ausgeführt und die Dokumentation zuletzt 2005 aktualisiert. Gleichwohl haben diese Website und insbesondere die hinterlegten ausführlichen PDF-Dokumente auch 2016 nichts von ihrer Bedeutung verloren.

Die ganzheitliche Abhandlung zum energieeffizienten Bauen mit durchgreifender Gebäudeautomation gilt immer noch als einzigartige Publikation dieser Art, die technisch-physikalischen Grundlagenbetrachtungen sind nach wie vor gültig, und die beschriebenen Materialien und Geräte stellen auch heute noch den Stand der Technik dar. Letzteres löst allerdings auch beim Autor "blankes Entsetzen" aus. Sollte sich tatsächlich im Laufe eines Jahrzehnts kein technischer Fortschritt eingestellt haben? So sieht es in der Tat aus.

Bei der für die Energieeffizienz so bedeutsamen Dämmung opaker (undurchsichtiger) Flächen, ist - bis auf die noch umstrittene Vakuum- (VIP) und neu zugelassene Unterbodenplattendämmung auf XPS-Basis - kein revolutionärer Durchbruch in Sicht und schon gar nicht marktgängig. Zudem sind die Dämmstoffe trotz Massenproduktion aufgrund des hohen Bedarfes (auch bei konventionellen EnEV-Bauten) teurer geworden.

Nicht besser sieht es im Bereich der Verglasung aus. 3-Scheiben-Gläser mit u=0,5 W/m²K sind immer noch "exotisch", also genauso schwer zu beschaffen und teurer als vor einem Jahrzehnt, insbesondere wenn eine "schlanke" Ausführung gewünscht wird, die nur mit Krypton statt Argon als Edelgasfüllung zu erreichen ist. Nennenswerte Fortschritte lassen sich bei den Fenstern und Türen nur in Sonderlösungen für z.B. Dachverglasungen und passivhaustauglichen Schiebetüren erkennen.

Ernüchternd zeigt sich die "Entwicklung" in der Gebäudetechnik. Von "HighTech" kann hier überhaupt keine Rede sein - von neuen LED-Leuchtmitteln und aktualisierter ITK und Unterhaltungselektronik abgesehen. Vor über einem Jahrzehnt konstruierte Lüftungs- und Wärmepumpenanlagen werden weitgehend unverändert gebaut und jedes Jahr teurer verkauft - da ist sich die Industrie auffällig einig. Der Autor möchte das schlicht skandalös nennen. Sicher muss man mit langfristigen Gebäudeinvestitionen anders umgehen, als mit den hektischen Produktzyklen der ITK-Branche. Aber bei nicht passivhaustauglichen Steuerungen (gilt nach Auffassung des Autors für alle namhaften LA und WP) nicht einmal notwendige Firmware-Aktualisierungen vorzunehmen, kann man nur als ignorant bezeichnen.

Allen Anlagen fehlt übrigens weiterhin eine praktikable Einbindungsmöglichkeit in die Gebäudeleittechnik. Und damit meint der Autor ausdrücklich keine aufwändigen Bus-Schnittstellen, die dann meist nur für einen Feldbustyp zur Verfügung stehen und die interne Komplexität der Steuerung unnötigerweise weitestgehend nach außen verlagern. Ausreichend wären wenige potenzialfreie Ein- (zur Ansteuerung) und Ausgänge (für Fehlerrückmeldungen etc.), die von jeder GLT problemlos zu nutzen wären. Auf die garadezu abenteuerlichen Zugriffe auf PV-Wechselrichterdaten für Statistik und Eigenverbrauchs-/Lastmanagement via IP-Gateway und Web-Portal des Herstellers mag man in diesem Zusammenhang überhaupt nicht weiter eingehen.

Und es sei nochmals wiederholt, worauf Dokumente dieser Website bereits vor vielen Jahren ausführlich hingewiesen haben: Obwohl dafür ausgelegt, kann keine Anlagensteuerung effizient autonom arbeiten, ohne in die GLT eingebunden zu sein. Woher weiß die Lüftungsanlage z.B. vom Betriebszustand (an-/abwesend) des Gebäudes? Und woher kennt die WP-Steuerung diesen Zustand oder die Intensität der Sonneneinstrahlung, die ein thermisch träges Passivhaus selbst bei Minustemperaturen tage- oder wochenlang ohne jede Zuheizung auskommen lässt (wobei es nicht zielführend ist, den Pufferspeicher ständig bei geschlossenen Verteilerventilen zu laden)? Hersteller nennen die Steuerung "witterungsgeführt", obgleich sie mit der Außentemperatur nur einen einzigen Parameter der Witterung erfassen. Und warum muss man die Außentemperatur über mehrere Sensoren messen, wenn neben dem Wärmeerzeuger auch andere Systeme sowie die Bewohner diese Information gerne mitnutzen würden?

Selbst die Entwicklung der Bus-Gebäudeleittechnik vermag zunächst keine Euphorie auszulösen. Auch hier gibt es - bis auf einige Randanwendungen und die allgegenwärtige Internet-Connectivity - kaum erkennbare technische Fortschritte bei der Bus-Hardware, die generell auch ohne Neuerungen mit jährlichen Preisaufschlägen angeboten wird (z.B. unter der jetzt für Nicht-Europäer angeblich attraktiveren Bezeichnung KNX statt EIB). Allerdings muss man wohlwollend zur Kenntnis nehmen, dass inzwischen einige kleinere Hersteller aus dem "Kartell" der Installationsgeräteindustrie ausgebrochen sind und die Standard-Bus-Hardware inzwischen zu fairen Preisen anbieten. Ein Aktorkanal kostet dabei oft nicht mehr als ein konventioneller Schalter.

Die Revolution hat allerdings bei der Gebäudeautomations-Software stattgefunden. Und diese Revolution hat einen Namen, nämlich "TESS® e.House" vom Software-Hersteller TETRA® (www.tetra-software.de). Es dürfte kaum überraschen, dass dafür der Autor in seiner Funktion als GF und Entwicklungsleiter der Softwareschmiede verantwortlich war. Das letzte PDF unter "Gebäudeautomation|Gedacht" hatte er damals mit "... to be continued" beendet. Eigentlich war aber schon vor einem Jahrzehnt klar, dass es nicht einfach so weitergehen kann, sondern die Gebäudeautomations-Software nach einer durchgreifend neuen Lösung verlangt.

Nach intensiven Vorüberlegung zu einem neuen und dennoch zum Standard kompatiblen Softwarekonzept, unter Einbeziehung der eigenen Erfahrungen mit der GLT, fiel 2007 der Startschuss für die Entwicklung von TESS®, das bereits 2008 in einer funktionstüchtigen Alpha-Version auf der Light&Building in Frankfurt vorgestellt wurde.

Das gab es noch nie: Die einzige Alternative zur etablierten Software ETS, dabei leistungsstärker, übersichtlicher und trotz Importkompatibilität mit wesentlich schlankerer Datenstruktur, sowie mit allen darüber hinausgehenden Features, die eine komplette Gebäudeautomationslösung überhaupt erst möglich machen, ohne weitere Software-Komponenten diverser Hersteller hinzuziehen zu müssen. Von der Planung einer Bus-Installation unter Einbeziehung der Endgeräte, Verteilungen (Bestückungsplan und automatische Beschriftung), Reihenklemmen, Leiterfarben, Pläne und Dokumente, über die Programmierung der Busgeräte, Analysetools und die übergeordnete Steuerung bis zur Visualisierung, deckt TESS® alle Anforderungen mit einer einzigen integrierten Software ohne fehlerträchtige Datenschnittstellen und -redundanzen ab. Nicht zuletzt ersetzt TESS® auch Bus-Hardware, weil es Zeitgeber, Schaltuhren, Funktionsmodule, RFID-Leser-Schnittstelle, Telemetrie/Telematik etc. bereits enthält.

Weitergehende Informationen erhalten Sie unter www.tetra-software.de, TESS® e.House.